Eisenmangel

30 % der Weltbevölkerung leiden an einem Eisenmangel – Das macht Eisenmangel zu einer der am häufigsten vorkommenden Mangelerscheinungen. Ein Eisenmangel führt dazu, dass der menschliche Körper nicht genügend Hämoglobin herstellt. Hämoglobin, der rote Blutfarbstoff, befindet sich in den roten Blutkörperchen. Ohne diesen Stoff kann der Körper nicht genügend Sauerstoff binden und transportieren.

 

Wie Sie erkennen können, ob Sie unter Eisenmangel leiden, welche Ursachen es gibt und weitere Informationen rund um das Thema Eisenmangel finden Sie in diesem Artikel.

Eisenvorkommen im Körper

Von den drei bis vier Gramm Eisen im Körper ist ein Teil an Transferrin, das Transporteiweiß, gebunden. Ein anderer Teil befindet sich im Hämoglobin, dem roten Blutfarbstoff der roten Blutkörperchen.

Wie viel Eisen benötigt der Körper?

Eine ausgewogene Ernährung sollte 10 bis 15 Milligramm Eisen enthalten. Der Darm kann aber nur fünf bis zehn Prozent davon aufnehmen. Je nach Geschlecht, Alter und Lebenssituation verliert der Körper unterschiedlich viel Eisen, das ersetzt werden muss. Nach den Wechseljahren verlieren Männer und Frauen täglich etwa ein Milligramm. Menstruierende verlieren bei der Regelblutung bis zu drei Milligramm Eisen. Der Körper stillender Frauen benötigt während der Stillzeit zudem eine höhere Menge an Eisen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt folgende Mengen für die Eisenzufuhr:

  • Säuglinge:
    • 0 bis 4 Monate: 0,5 mg
    • 4 bis 12 Monate: 8 mg

  • Kinder bis 15 Jahre:
    • 1 bis 7 Jahre: 8 mg
    • 7 bis 10 Jahre: 10 mg
    • 10 bis 15 Jahre (Jungen): 12 mg
    • 10 bis 15 Jahre (Mädchen): 15 mg

  • Jugendliche/Erwachsene männlich:
    • 15 bis 19 Jahre: 12 mg
    • 19 bis 65 Jahre: 10 mg

  • Jugendliche/Erwachsene weiblich:
    • 15 bis unter 51 Jahre: 15 mg
    • 51 bis 65+ Jahre: 10 mg

  • Schwangere und Stillende:
    • Schwangere: 30 mg
    • Stillende: 20 mg

Ursachen eines Eisenmangels

Ein Eisenmangel entsteht dann, wenn der Eisenbedarf größer ist als die Einnahme. Er kann z.B. dann entstehen, wenn nicht genügend Eisen über die Nahrung aufgenommen wird, oder wenn die Eisenaufnahme des Körpers gestört ist. Auch ein erhöhter Eisenverlust kann die Ursache für Eisenmangel sein.

 

In Europa ist die häufigste Ursache für Eisenmangel chronischer Blutverlust. Blutungen im Magen-Darm-Trakt, z.B. durch eine Magenschleimhautentzündung, gehören dabei zu einer der häufigsten Ursachen. Die Regelblutung ist ebenfalls häufiger Grund für den Mangel.

 

Eine fleischfreie oder zu einseitige Ernährung kann außerdem zu Mangelerscheinungen führen. Säuglinge, Kleinkinder, Alkoholiker*innen, Vegetarier*innen und Veganer*innen sind hierbei am ehesten betroffen.

 

Wenn die Eisenaufnahme des Körpers gestört ist, kann der Körper Eisen aus der Nahrung nicht richtig aufnehmen. Auslöser dafür könnten z.B. chronisch-entzündliche Darmerkrankungen sein. Nach einer teilweisen Entfernung des Magens kann eine gestörte Eisenaufnahme ebenfalls auftreten. Eine langanhaltende Einnahme von Medikamenten gegen übermäßige Magensäureproduktion kann die Eisenaufnahme behindern. Auch ein hoher Konsum von schwarzem Tee oder Kaffee und Rhabarber führt zu einer gehemmten Eisenaufnahme.

Symptome

Unser Körper benötigt Eisen, um Sauerstoff zu transportieren. Zudem braucht der Körper Eisen für die Blutbildung und für andere Stoffwechselvorgänge. Wenn der Körper nicht mit genügend Eisen versorgt wird, spiegelt sich dies u.a. in den folgenden Beschwerden wider:

 

  • Müdigkeit
  • Schwindel
  • Abgeschlagenheit
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Kurzatmigkeit
  • rissige Haut und eingerissene Mundwinkel
  • brüchige Nägel
  • sprödes Haar

Folgen von Eisenmangel

Bei Eisenmangel leert der Körper die Eisenspeicher. Dieser wird so lange geleert, bis alle Reserven erschöpft sind. Bis dahin treten z.B. Erschöpfungserscheinungen auf. Danach kommt es zur Eisenmangelanämie.

 

Der Körper kann bei Eisenmangel nicht richtig arbeiten – darunter leidet auch das Immunsystem. Neben den Symptomen von Eisenmangel, wie brüchigen Nägeln und Haarausfall, kann Eisenmangel auch zu einer höheren Infektanfälligkeit führen.

 

Bei einem Eisenmangel kann nicht genug Sauerstoff transportiert werden, das Herz schlägt schneller und die Atmung wird beschleunigt. Der Körper versucht so den Sauerstoffmangel auszugleichen. Bei körperlicher Anstrengung kann dies zu Herzrasen sowie Luftnot führen. Wenn der Körper dies über einen längeren Zeitraum machen muss, kann das zu einer Herzmuskelschwäche führen.

 

Ein Eisenmangel kann auch eine postpartale Depression begünstigen. Während einer Schwangerschaft hat der Körper einen höheren Mehrbedarf, der bei 1 000 Milligramm Eisen liegt. Dazu kommt, dass es häufig zu Blutverlusten während und nach der Geburt kommt. Die postpartale Depression kann aber auch durch hormonelle oder soziale Umstände, Schlafmangel oder Ängste ausgelöst werden.

 

Bei der Kindesentwicklung kann Eisenmangel auch zu Entwicklungsstörungen führen. Eisenmangel des ungeborenen Kindes kann zu Frühgeburten, einem geringen Geburtsgewicht oder Wachstumsverzögerungen führen. Bei heranwachsenden Kindern und Jugendlichen zu Konzentrationsstörungen, Beeinträchtigungen der Gehirnentwicklung oder zu einem gestörten Menstruationszyklus.

Eisenmangel vorbeugen und behandeln

Wer zur Risikogruppe gehört, sollte regelmäßig seine Blutwerte überprüfen lassen. Dabei sollte vor allem auf den Ferritin-Wert, die Transferrin-Sättigung und den CRP-Wert geachtet werden.

 

Wenn Eisenmangel vorliegt, sollte mehr Eisen in die Ernährung eingegliedert werden. Dabei ist das zweiwertige Eisen, welches in Fleisch enthalten ist, besonders gut vom Körper verarbeitbar. Wenn eine Ernährungsumstellung aber nicht ausreicht, weil z.B. schon eine Anämie vorliegt, braucht es möglicherweise eine Eisentherapie. 

Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum einen kann Eisen dem Körper über Tabletten oder Suspensionen zugeführt werden (orale Eisentherapie), zum anderen durch Eiseninfusionen (intravenöse Eisentherapie).

 

Größere Mengen an Eisen in Form von Nahrungsergänzungsmitteln sollten aber nicht ohne ärztlichen Rat eingenommen werden, auch wenn Eisenpräparate frei verkäuflich sind. Der Körper kann überschüssiges Eisen nämlich nicht ausscheiden und speichert dieses dann in den Organen. Wenn die Eisenspeicher überfüllt sind, kann es zu Organschäden kommen.

 

Wie kann man einen Eisenmangel diagnostizieren?

Wenn der Verdacht auf Eisenmangel besteht, sollte man dies mit einem Arzt besprechen. Dabei ist die Anamnese wichtig, in der die Lebens- und Ernährungsgewohnheiten, Vorerkrankungen und Medikamenteneinnahmen erhoben werden sollten. Außerdem sollte die Dauer und Schwere der Menstruationsblutungen und bei älteren Personen auch nach Blutungen im Magen-Darm-Trakt oder in den Harn- und Geschlechtsorganen gefragt werden.

 

Mithilfe eines Bluttests kann festgestellt werden, ob eine Person einen Eisenmangel hat. Dabei werden u.a. der Ferritin-Wert, der Hämoglobin-Wert, der CRP-Wert und die Transferrin-Sättigung gemessen. Für die Errechnung der Transferrin-Sättigung werden Serum-Eisen und Transferrin benötigt.

Der Hämoglobin-Wert (Hb-Wert) gibt an, wie die Konzentration des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin) ist. Wenn dieser Wert zu niedrig ist, dann liegt eine Anämie, also eine Blutarmut, vor.

 

Ferritin (Speicher-Eisen) ist ein wasserlösliches Eiweiß. Dieses speichert Eisen und beschützt die Zellen vor freien Eisen im Körper.Diesen Stoff findet man in den Zellen der Leber, im Knochenmark, in der Milz und in der Muskulatur.

 

Es zeigt an, wie gut die Eisenspeicher des Körpers befüllt sind. Wenn der Wert zu niedrig ist, kann eine Eisenmangelanämie vorliegen. Wenn der Körper gerade eine Infektion bekämpft oder eine chronische Krankheit eine Entzündung im Körper hervorruft, kann der Ferritinwert weiterhin hoch sein, obwohl Eisenmangel vorliegt.

 

Um festzustellen, ob eine Entzündung vorliegt, wird der CRP-Wert noch gemessen. Der CRP-Wert ist der Parameter für das C-reaktive-Protein.

 

Mit der Transferrin-Sättigung wird angezeigt, mit wie viel Eisen die Transportproteine beladen sind. Mit Hilfe von Transferrin wird das Eisen durch die Blutbahn von der Darmzelle aus von Zelle zu Zelle transportiert. Wenn die Sättigung zu niedrig ist, dann befindet sich zu wenig Eisen im Körper. Die Transferrin-Sättigung kann auch bei Entzündungen anzeigen, ob man Eisenmangel hat. Damit der Wert eine hohe Aussagekraft hat, sollte das Blut morgens nüchtern abgenommen werden.

 

Danach steht die Ursachensuche an. Um Blutungen auszuschließen, muss der Stuhl auf Blut untersucht werden. Es kann auch eine Magen-Darm-Spiegelung notwendig sein, wenn der Verdacht auf Blutungen bleibt. Bei Frauen könnte auch eine gynäkologische Untersuchung von Vorteil sein.

Wer ist am häufigsten von Eisenmangel betroffen?

In Europa sind ca. 5-10 % der Bevölkerung von Eisenmangel betroffen. Dabei sind Frauen und Kinder am häufigsten betroffen. Es tritt bei 20 % der Frauen im gebärfähigen Alter auf. Während der Periode verliert der Körper monatlich zwischen fünf und 80 ml Blut. Dabei gehen zwischen 2,5 und 40 ml Eisen verloren. Während der Schwangerschaft verdoppelt sich der Eisenbedarf.

Im weiblichen Körper steigt das Blutvolumen und infolgedessen auch die Menge an benötigten Eisen. Der Mehrbedarf an Eisen wird u.a. für die weitere normale Durchblutung des Körpers, für die des Fötus, die Plazenta und die Nabelschnur gebraucht. Daher sollte man während der Schwangerschaft auch auf Stoffe verzichten, die die Aufnahme von Eisen einschränken. Schwangere, die vorher starke Regelblutungen oder mehrere kurz hintereinander folgende Schwangerschaften hatten, gehören zur Risikogruppe für Eisenmangel.

Auch Vegetarier*innen und Veganer*innen gehören zur Risikogruppe für Eisenmangel. Das liegt daran, dass das Eisen aus Fleisch leichter aufgenommen wird. Pflanzliches Eisen wird nämlich mit anderen Metallen (Zink, Magnesium, Kalzium) transportiert, während tierisches Eisen separat transportiert wird. Die Eisenzufuhr aus pflanzlicher Quelle kann aber durch Vitamin C bis um das Vierfache gesteigert werden.

Auch gesundheitlich vorbelastete Menschen haben ein höheres Risiko für Eisenmangel. Menschen, die z.B. an Nierenerkrankungen, Herzproblemen oder Tumoren leiden, haben meistens einen funktionellen Eisenmangel. Das im Körper vorhandene Eisen kann dadurch nicht vom Körper verwendet werden. Außerdem haben auch Hochleistungssportler*innen ein erhöhtes Risiko, um an Eisenmangel zu erkranken.

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