Urintests:

Das müssen Sie wissen

Viele Menschen mussten bereits eine Urinprobe abgeben. Sei es aufgrund einer Routineuntersuchung bei der Hausärztin oder dem Hausarzt, für die Einweisung in ein Krankenhaus oder um symptomatischen Beschwerden auf den Grund zu gehen.

 

Urintests kommen in verschiedener Form zum Einsatz, um bestimmte Krankheiten abzuklären und deren Verlauf zu überwachen. Wertvolle Hinweise können die Ergebnisse eines Urintests beispielsweise auf einen Harnwegsinfekt oder eine Diabetes-Erkrankung geben.

 

Leiden Sie unter Schmerzen beim Wasserlassen, vermehrter Harnproduktion oder unklaren Abdominalbeschwerden? Dann sollten Sie mithilfe eines Urintests Klarheit bei Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin suchen.

 

Welche verschiedenen Urintests es gibt, was ihre Ergebnisse aussagen, welche Symptome eine Urinuntersuchung bedingen und auf welche Substanzen hin der Urin untersucht wird, erfahren Sie in diesem Artikel.

Was ist ein Urintest?

Urintests kommen häufig bereits bei Routineuntersuchungen zum Einsatz, um mögliche Erkrankungen, wie etwa einen Harnwegsinfekt, ausschließen oder erkennen zu können und eine entsprechende Therapie einleiten zu können.

Es gibt unterschiedliche Urintests, die den Urin auf verschiedene Substanzen hin untersuchen können. Wir unterscheiden zwischen …

… Urin-Schnelltest,
… Urinstatus,
… Urinkultur,
… 24-Stunden-Sammelurin
… und dem Schwangerschaftstest.

Mithilfe eines Urintests können Ärzt*innen Hinweise auf Krankheiten des Nieren- und Harnsystems, Stoffwechselerkrankungen sowie Erkrankungen der Leber entdecken, denn die Beschaffenheit des Urins liefert wertvolle Informationen über die Funktionstätigkeit unserer Organe.

Farbe, Geruch und Menge – was die optisch erkennbare Beschaffenheit des Urins bereits aussagt

Regelmäßige Ausscheidung ist wichtig, damit beim Stoffwechsel anfallende, nicht mehr benötigte Stoffe, aus dem Körper gelangen und unser Wasserhaushalt reguliert wird. Noch vor genauerer Untersuchung der Urinprobe im Labor sind bereits Farbe, Geruch und Menge des Urins von wesentlicher Bedeutung.

 

Ist der Urin etwa nur in geringer Menge vorhanden und weist eine dunkle Färbung auf, können diese Faktoren unter anderem darauf hinweisen, dass Sie nicht genügend Flüssigkeit zu sich genommen haben oder dass Ihre Nieren möglicherweise nicht richtig funktionieren. Die durchschnittliche Menge, die ein gesunder Mensch täglich an Urin ausscheidet, beträgt 500 bis 2000 Milliliter Urin. Im Normalfall sollte Ihr Urin eine klare, gelbe Färbung aufweisen und nicht trüb sein.

 

Trüber und flockiger Urin hingegen kann auf einen Harnwegsinfekt verweisen und eine rötliche Färbung kann mitunter Blut im Urin bedeuten.

 

Genaue Ergebnisse erhalten Sie jedoch erst durch eine Untersuchung des Urins mit einem Teststreifen oder im Labor. Von den fünf genannten Standard-Urintests können zwei von Ihnen selbst zu Hause durchgeführt werden, während die restlichen drei in einem Labor geschehen.

Weitere Werte, die bei einem Urintest ermittelt werden

1

pH-Wert

Unser Urin weist einen pH-Wert zwischen 5 und 6 auf, ist somit also leicht sauer. Mithilfe eines Urintests kann auch der pH-Wert untersucht werden. Liegt dieser etwa unter 5, ist der Urin sauer und es kann zu starkem Durchfall oder Diabetes mellitus kommen. Ein pH-Wert, der höher ist als 6, kann etwa eine Harnwegsinfektion bedeuten.

 

2

Eiweiß (Albumin)

Im Normalfall enthält Ihr Urin eine geringe Menge bis gar kein Eiweiß. Wird jedoch eine gewisse Menge im Urin festgestellt, kann dies ein Grund einer Nierenerkrankung sein.

 

3

Zucker

Unsere Nieren sind unter anderem für den Zucker in unserem Blut zuständig. Ab einer bestimmten Menge an Zucker können die Nieren diesen jedoch nicht im Körper halten, sodass er in den Urin gelangt. Dies kann unter anderem zu Diabetes mellitus oder bestimmten Krebsarten führen.

 

4

Nitrit

Einige bestimmte Harnwegskeime führen zur Bildung von Nitrit.

5

Ketone

Auch Ketone sind normalerweise nicht im Urin vorhanden. Sie sind ein Zeichen für verstärkten Fettabbau im Körper oder falsch eingestellte Diabetes mellitus.

 

6

Rote und weiße Blutkörperchen

Rote Blutkörperchen im Urin können Grund einer Harnwegsentzündung oder Blasenkrebs sein. Weiße Blutkörperchen weisen meist auf eine Entzündung der Niere oder der Harnblase hin.

 

Wie Sie eine Urinprobe nehmen

Besuchen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin aufgrund von Verdacht einer Harnwegsinfektion, mit dem Wissen, eine Urinprobe abgeben zu müssen, können Sie sich im Vorfeld gut vorbereiten. So sollten Sie Ihren Genitalbereich ausschließlich mit Wasser reinigen. Auf diese Weise vermindern Sie das Risiko, dass der Urin durch Bakterien verunreinigt und somit das Ergebnis verfälscht wird.

 

In der Regel wird für einen Urintest der Mittelstrahlurin genutzt. Diesen erhalten Sie, wenn Sie ein paar Sekunden nach Beginn des Wasserlassens den Strahl anhalten und den dann mittleren Strahl, den Sie nach fortgesetztem Wasserlassen erhalten, mit einem Becher auffangen.

 

Der Becher wird Ihnen in der Regel in der Arztpraxis zur Verfügung gestellt.

Verschiedene Arten von Urintests

1. Urin-Schnelltest

Der Urin-Schnelltest wird mit einem Teststreifen durchgeführt, welcher auch ohne Rezept in Apotheken erhältlich ist. Sie können den Test also selbstständig zu Hause durchführen. Allerdings sollten Sie dies nur unter Absprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin tun und den Test nicht für eine Selbstdiagnose nutzen.

 

Meist sind Urin-Schnelltests Teil von Routineuntersuchungen in Hausarztpraxen, bei Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft, ein Bestandteil für die Aufnahme in ein Krankenhaus oder Absicherung vor einer Operation.

 

Außerdem zum Einsatz kommen Urin-Schnelltests bei akuten Unterleibschmerzen, Bauch- oder Rückenschmerzen, schmerzhaftem Wasserlassen und wenn Blut im Urin entdeckt wurde. Manche Diabetiker*innen überprüfen mittels eines Urin-Schnelltests ihren Zuckerspiegel.

Wie wird der Urin-Schnelltest durchgeführt?

Haben Sie die Urinprobe in einem Becher aufgefangen, halten Sie den Teststreifen, welcher in verschiedenfarbige Felder unterteilt ist, ein paar Sekunden lang in den Urin. Nach einiger Zeit verfärben sich die Felder auf dem Streifen je nach Konzentration der jeweiligen Substanzen im Urin.

 

Auf einem zugehörigen Urin-Teströhrchen können Sie erkennen, welche Färbung normale und abweichende Werte anzeigt. Vergleichen Sie die Färbungen des Teststreifens mit dem Röhrchen, erhalten Sie die entsprechenden Ergebnisse.

Wie wird der Urin-Schnelltest durchgeführt?

Viele im Urin enthaltene Substanzen lassen sich erst ab einer bestimmten Menge nachweisen. Die Menge, die notwendig für die Überprüfbarkeit ist, stellt die Norm dar. Liegen Substanzen in geringerer oder größerer Menge vor, spricht man von einer Abweichung von der Norm.

 

Mithilfe eines Urin-Schnelltests lassen sich der pH-Wert, Eiweiße, Zucker, Nitrit, Keton, Bilirubin, Urobilinogen sowie rote und weise Blutkörperchen überprüfen.

Wie wird der Urin-Schnelltest durchgeführt?

Wurden im Urin beispielsweise erhöhte Eiweißwerte festgestellt, kann das auf eine Entzündung der Nieren hindeuten. Keton und Zucker im Urin können Ursache erhöhter Zuckerwerte sein und Leukozyten (weiße Blutkörperchen), sowie Nitrit, können auf eine bakterielle Infektion hinweisen.

 

Die Ergebnisse eines Urin-Schnelltests sind jedoch nicht immer zuverlässig. Für genauere Ergebnisse muss die Urinprobe in einem Labor untersucht werden. Sollten die Verfärbungen auf dem Testreifen jedoch auffällige Ergebnisse liefern, sollten Sie in jedem Fall mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin sprechen.

2. Urinstatus

Der Urinstatus kommt oft bei Diabetes, bestimmten Bluterkrankungen und Harnsteinen zum Einsatz. Mithilfe eines Urinstatus können außerdem Harnwegsinfektionen, Blutungen im Nieren- oder Harnsystem sowie Erkrankungen der Niere oder der Leber abgeklärt und überwacht werden.

 

Wie wird der Urinstatus durchgeführt?

Diese Testmethode besteht aus drei Teilen:

  1. Farbe, Klarheit und Konzentration der Urinprobe werden beurteilt
  2. Mithilfe eines Teststreifens wird die chemische Zusammensetzung des Urins untersucht
  3. Anschließend wird der Urin mittels eines Mikroskops auf Bakterien, Zellen und Zellbestandteile untersucht

Welche Substanzen werden untersucht?

Mit einem Urinstatus werden neben den Substanzen, welche auch mithilfe des Urin-Schnelltests untersucht werden, auch Kreatinin, Bakterien, Zylinder, Kristalle und Epithelzellen im Urin überprüft.

 

Welche Ergebnisse kann der Urinstatus liefern?

Finden sich etwa Cholesterin-Kristalle im Urin, können diese beispielsweise einen erhöhten Cholesterinwert im Urin bedeuten. Zylinder hingegen können auf Nierenerkrankungen, wie etwa eine Nierenbeckenentzündung, hinweisen.

 

Werden auffällige Werte festgestellt, können anschließend noch genauere Untersuchungen folgen, wie etwa eine Blutuntersuchung.

3. Urinkultur

A urine culture is used to examine whether your urine contains pathogens. A urine culture is usually performed when a urinary tract infection is suspected.

Wie wird die Urinkultur durchgeführt?

Die von Ihnen entnommene Urinprobe des Mittelstrahlurins wird in ein Labor geschickt, wo Plättchen mit Nährböden, auf welchen Krankheitserreger wachsen können, in die Probe getaucht werden. Daraufhin wird das Behältnis, in dem die Probe aufgefangen ist, fest verschlossen und für ein bis zwei Tage in einen Brutschrank gestellt. 

 

Befinden sich Krankheitserreger wie Bakterien und Pilze im Urin, können diese in dem Zeitraum aufgrund der Nährböden zu Kolonien heranwachsen.

Welche Substanzen werden untersucht?

Wie erwähnt, dienen Urinkulturen der Überprüfung des Urins hinsichtlich Krankheitserreger, wie Bakterien und Pilze. Sind diese tatsächlich im Urin vorhanden, geben Größe, Form und Farbe der Konzilen bereits einen Hinweis darauf, um welche Bakterien und Pilze es sich handeln könnte.

Welche Ergebnisse kann die Urinkultur liefern?

Wurde festgestellt, welche Bakterien und Pilze im Urin vorhanden sind, kann ein entsprechendes Antibiotikum zur Behandlung verschrieben werden.

4. 24-Stunden-Sammelurin

Die Testmethode des 24-Stunden-Sammelurins wird verwendet, um die vermehrte Ausscheidung von Hormonen und deren Stoffwechselprodukt durch etwaige Erkrankungen des Hormonsystems zu überprüfen.

Wie wird die Methode des 24-Stunden-Sammelurins durchgeführt?

Wie der Name bereits verrät, handelt es sich hierbei um ein Verfahren, bei dem Sie Ihren Urin über einen Zeitraum von mindestens 24 Stunden in einem Gefäß sammeln. Dieses Gefäß wird Ihnen von der Arztpraxis zur Verfügung gestellt und enthält meist einen Zusatz, welcher verhindert, dass während der Sammelzeit Bakterien im Urin wachsen.

 

Sie sollten mit der Methode am besten an einem neuen Tag beginnen. Allerdings wird die erste Probe nach dem Aufstehen noch nicht gesammelt, sondern nur die Uhrzeit des ersten Wasserlassens aufgeschrieben.

 

Zu diesem Zeitpunkt starten die 24 Stunden, in denen Sie jeden Tropfen Ihres Urins in dem Gefäß sammeln. Das Gefäß sollten Sie den Zeitraum über in Ihrem Kühlschrank aufbewahren. Sind die 24 Stunden verstrichen, sammeln Sie noch den ersten Urin, den Sie nach diesem Zeitraum ausscheiden, in dem Gefäß auf und beenden damit die Sammelzeit.

 

Im Anschluss wird der Urin dann in ein Labor geschickt, wo er untersucht wird.

Welche Substanzen werden untersucht?

Die 24-Stunden-Sammelurin Methode dient dazu, festzustellen, wie viel Ihr Körper von bestimmten Substanzen ausscheidet.

Welche Ergebnisse kann der 24-Stunden-Sammelurin liefern?

Die Testergebnisse geben Auskunft über den Protein- und Kreatiningehalt Ihres Urins. Enthält Ihr Urin zu wenig Kreatinin, ist das ein Zeichen dafür, dass Ihre Nieren möglicherweise nicht mehr richtig funktionieren. 

 

Ist in Ihrem Urin zu viel Eiweiß (Protein) zu finden – liegt also eine Proteinurie vor –, kann das auf bestimmte Krankheiten wie etwa eine Herzschwäche, Diabetes mellitus, eine Nierenbeckenentzündung, eine Harnwegsinfektion oder ein Nierenkarzinom hindeuten.

5. Schwangerschaftstest

Der Schwangerschaftstest ist die wohl schönste Testmethode in der Kategorie der Urintests. Hier liegt das Augenmerk nicht auf der Feststellung einer Infektion oder Krankheit, sondern auf dem möglichen Beginn eines neuen Lebens.

Schwangerschaftstests kommen zumeist zum Einsatz, wenn die Regel einer Frau über einen längeren Zeitraum ausgeblieben ist. Dabei können einige Schwangerschaftstests bereits nach 8 bis 10 Tagen nach Ausbleiben der Regel ein Ergebnis liefern. Allerdings sind Schwangerschaftstests nicht zu 100 % zuverlässig. Verfälscht sein kann das Ergebnis nämlich durch folgende Umstände:

  • zu frühe Durchführung des Tests
  • Einnahme bestimmter Medikamente
  • Sie haben viel Flüssigkeit zu sich genommen

Aus diesem Grund sollten Sie in jedem Fall noch einen Frauenarzt oder eine Frauenärztin zur Absicherung aufsuchen. Frei erhältlich sind Schwangerschaftstests in Apotheken, Drogerien, Kaufhäusern und im Internet.

Wie wird der Schwangerschaftstest durchgeführt?

Wie genau der Schwangerschaftstest angewendet werden muss, wird Ihnen in der jeweiligen Packungsbeilage erklärt. In der Regel werden Schwangerschaftstests jedoch wie Urin-Schnelltests am besten nach dem Aufstehen mit dem Morgen-Urin durchgeführt, wobei der Test während des Wasserlassens unter den Urinstrahl gehalten wird.

Welche Substanzen werden untersucht?

Ein Schwangerschaftstest zeigt dann ein positives Ergebnis an, wenn Ihr Urin das Schwangerschaftshormon humane Choriongonadotropin (hCG) enthält, welches in der Plazenta gebildet wird.

Welche Ergebnisse kann ein Schwangerschaftstest liefern?

Mithilfe eines Schwangerschaftstests kann eine Schwangerschaft vorläufig – bis zum finalen Ergebnis des Frauenarztes oder der Frauenärztin – festgestellt werden.

Welche Risiken bringt ein Urintest mit sich?

Grundsätzlich sind Urintests risikofrei. Wie bereits erwähnt, können jedoch verschiedene Umstände das Testergebnis verfälschen, wodurch eine verordnete Behandlung oder verschriebene Medikamente nicht die gewünschte Besserung erzielen können.

 

In Ausnahmefällen wird die Urinprobe mittels Katheter entnommen. Bei dieser Methode kann es zu Infektionen und Verletzungen der Harnröhre kommen. In der Regel haben Sie jedoch bei einem Urintest keine schweren Risiken zu befürchten.

Fazit

Ein Urintest ist eine wichtige Untersuchungsmethode, um zahlreiche Krankheiten zu erkennen und deren Verlauf zu beurteilen. Der Test gibt Auskunft über eine Vielzahl an möglichen körperlichen Dysfunktionen und ist gleichzeitig eine äußerst komplikationslose Untersuchung, die wenige Risiken birgt. Deshalb erfreut sie sich im medizinischen Sektor großer Popularität.

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